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HEAR THE WORLD –
Das Magazin für Hör-Kultur
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir erleben nahezu jeden Augenblick ein Universum von Tönen und Geräuschen. Manche davon genießen wir be - wusst, etwa wenn wir unsere Lieblingsmusik hören oder der Stimme eines geliebten Menschen lauschen. Sehr vieles aber bleibt unbewusst – das ist sozusagen die Fahrstuhlmusik des Alltags, ein Klangteppich aus Verkehrsgeräuschen, Gesprächsfetzen, Klingeltönen und so weiter. Und schließlich gibt es Geräusche, die wir lieber nicht hören und nur allzu gerne aus unserem „Hörbild“ ausblenden würden. Dazu zählen in fast allen Kulturen manche Töne, die der Körper erzeugt, der eigene und der fremde. Sie ahnen, worauf es hinausläuft…In Japan, einer Zivilisation mit hoch entwickeltem Sinn für Scham und Intimitätsbarrieren, hat sich eine ganz besondere Toiletten kultur entwickelt, um ein Höchstmaß an Diskretion, Hygiene und Komfort miteinander zu verbinden. Dazu zählt auch ein besonderes „Geräuschmanagement“. Nach diesem etwas heiklen Einstieg möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf ein Ton-Manage ment ganz anderer Art lenken. Am Beispiel der neuen Oper von Oslo zeigt Sandra Hofmeister, wie sehr man mit architektonischen Mitteln die Akustik eines Opernhauses beeinflussen und in eine gewünschte Richtung lenken kann. Dabei zeigt sich, dass Oper nicht gleich Oper ist, kulturelle Vorlieben spielen eine große Rolle: Will man eine Aufführung eher in orchestraler Fülle erleben, oder legt man mehr Wert auf die Tonpräzision der Singstimmen? Lesen Sie dieses spannende Stück Kulturgeschichte, und Sie werden bei Ihrem nächsten Opernbesuch mit ganz anderen Ohren auf Sänger und Orchester hören!
Bleiben wir noch einen Moment bei der Oper, dem „Kraftwerk der Gefühle“, wie sie auch treffend genannt wird. In der Pariser Opéra Bastille, inzwischen 20 Jahre alt, kam es zu einem spektakulären Jubiläumsevent. Der berühmte Maler Anselm Kiefer hat das gesamte Haus zu einem „Bühnen bild“ der besonderen Art gestaltet, und er führte zudem Regie in der eigens von Jörg Widman komponierten Jubiläumsoper „Am Anfang“. Der von Richard Wagner für die Oper erfundene Gedanke des „Gesamtkunstwerks“ lebt weiter – und die Musik ist die verbindende Kraft, die Schauspiel, Malerei und Architektur zusammenführt.
Um Opern und daneben das ganze restliche Universum der Musik genießen zu können, braucht es einen gut funktionierenden Hörsinn. Für eine wachsende Zahl von Menschen ist dies längst keine Selbstverständlichkeit mehr, ihr Hören ist beeinträchtigt – oft durch einen schleichenden Prozess des Hörverlusts. Dieser allmähliche Verlust des vollen Hörvermögens wird in vielen Fällen verleugnet oder schamhaft verborgen, als wäre er ein persönliches Manko. Und noch immer wissen viele Betroffene nicht, dass es heute hoch entwickelte akustische Hilfen und maßgeschneiderte Lösungen für Hörprobleme gibt. Einer, der diesen Prozess am eigenen Leib erlebt hat, ist der ehemalige SAP-Manager Heinz Spitzmüller. Er hat aus seinen Erfahrungen heraus ein besonderes Hilfsangebot in Gestalt eines Akustikstudios entwickelt. Insbesondere für Menschen, für die gutes Hören eine essenzielle Fähig keit im Berufsleben ist.
Wie in jeder Ausgabe von HEAR THE WORLD finden Sie auch in dieser ein weites Spektrum informativer und unterhaltsamer Themen aus Kultur, Musik, Lifestyle und Wissenschaft. So entführt Sie Marcel Krenz nach Manhattan – wo auf dem Gelände der stillgelegten Bahnlinie High Line ein Park entstand, der einesgleichen sucht. Werfen Sie einen völlig neuen Blick auf das Herz New Yorks! Bleiben wir in Amerika – und besuchen Joni Mitchell. Uli Rüdenauer porträtiert die Sängerin, die Ende der 60er-Jahre mit ihrer atemberaubenden Sopranstimme neue Maßstäbe für die Popmusik setzte und heute von den jüngeren Stars wie eine Heilige verehrt wird.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!
Herzlich!
Ihr Alexander Zschokke
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