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Ein paar Blasen blubbern lassen - die Sounds und das Hören der Tiere (Teil 1/2)
Jeden Tag – von 6:30 Uhr morgens bis weit in den Abend – schlägt Mr. P. sein Rad. Jedes Mal wenn es im südwestenglischen Brierly Morgen wird, trottet er von seinem Schlafplatz unter einem Baum hinüber zu einer Tankstelle. Dort ist für gewöhnlich viel los. Aber dennoch paradiert der Pfau vor den insgesamt neun Zapfsäulen und versucht sie zu beeindrucken. Britische Vogelkundler erklären sein Verhalten damit, dass das Klicken der Benzinpumpe wie der Ruf einer brutbereiten Henne klinge.
Als Menschen wissen wir nicht allzu viel vom Hören oder von den Lauten der Tiere, so nähern wir uns beidem – wenn überhaupt – mit unseren Maßstäben und in Form von mehr oder minder guten Vergleichen.
Denken wir nur an sogenannte „Tanzbären“, denen Zuschauer über Jahrhunderte so etwas wie Musikalität unterstellten. Aber will man Bären dazu abrichten, auf einem Jahrmarkt oder im Zirkus nach Leier, Dudelsack oder Schalmei zu tanzen, so ist der übliche Weg, sie zu foltern – und Musik ist in jedem Falle sekundär. Dazu zwingt man sie, über heiße Eisen zu gehen, oder bewirft sie mit glühenden Kohlen. Hört der Bär dann „seine“ Melodie, streckt er unwillkürlich seine Vorderpfoten in die Höhe und beginnt sich von den Quellen potenzieller Schmerzen zu entfernen. Von außen aber sieht das aus, als ob er sich zur Musik bewege.
Doch nicht nur, wie Tiere unsere Wahrnehmungswelt vernehmen sollen, ist entlarvend, sondern auch, was wir ihnen so alles ablauschen. So erklärte erst kürzlich ein Richter im Norden Deutschlands, blökende Schafe und wiehernde Pferde gehörten zur „natürlichen Geräuschkulisse“, ein kreischender Kakadu indes sei „Lärmbelästigung“. Ihrer gleich sam flatternden Violinen wegen nennen wir Mozarts Missa brevis in C-Dur die „Spatzenmesse“. Und in der Tat liebte der Komponist das Federvieh, auch wenn er wohl kaum ahnte, dass zum Beispiel Sittiche das absolute Gehör haben. Stolz auf ihr Detailwissen vermerken Mozarts Biografen, dass er sich am 27. Mai 1784 für 34 Kreuzer einen Vogel kaufte. Nur wenige Jahrzehnte vorher sah der Dichter und frühe Aufklärer Barthold Heinrich Brockes im Gesang der Nachtigall den entscheidenden Beweis für die Existenz Gottes.






