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Eldertronics – wie Technik helfen soll,
mit dem Alter umzugehen (Teil 1/4)

Alexander der Grosse starb mit 33, Mozart wurde 36 und auch Descartes lebte nur 42 Jahre lang. Mittlerweile aber kann man ohne Probleme doppelt so alt werden – vor allem in Japan, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich oder Italien. Denn in diesen Ländern steigt die Lebenserwartung von Neugeborenen stetig an – um bis zu zweieinhalb Jahre pro Dekade, um sechs Stunden pro Tag. Das aber bedeute, so Umberto Eco, dass die Menschheit ihren grössten Fortschritt bei der Verlängerung der Lebenszeit gemacht hat.

Hightech für Menschen ab 50

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Aber mal ehrlich, wer will schon alt sein? ... Alt werden ... das schon eher. Das heisst, weiter an Jahren zulegen, ohne all das erleben zu müssen, was dem Alter wie ein schlechtes Image anhaftet: Krankheit, Schmerz und Verlust. Doch könnte man sich an den berühmten Maler Marc Chagall erinnern, der immerhin 97 wurde und einmal sagte: „Die Leute, die nicht zu altern verstehen, sind die gleichen, die nicht verstanden haben, jung zu sein.”

Ein Ortswechsel – in ein durchschnittliches Wohnzimmer: Ein paar Stunden am Tag verbringt sie an ihrem kleinen Schreibtisch. Anne, so heisst sie, ist vor drei Tagen 79 geworden. Als ihr Sohn nach Australien ging, hatte er ihr geraten, sich einen Computer anzuschaffen. Anfangs war sie noch skeptisch gewesen, aber dann, nach einem Einführungskurs „für Senioren”, hatte sie nicht nur gelernt, mit ihrem Sohn und seiner Familie in Kontakt zu bleiben, sondern hatte sich darüber hinaus das Internet erschlossen. Zu Beginn entdeckte sie die elektronische Post, deren Zeilen schon mit einem Wimpernschlag am Ort des Empfängers sind, auch wenn der am anderen Ende der Welt auf sie wartet. „Foren” oder „Weblogs” bieten ihr nun eine Form der Selbsthilfe. Und wie selbstverständlich gehen ihr mittlerweile Begriffe über die Lippen, die ihr früher noch fremd gewesen waren, bedeuten sie doch jetzt etwas Konkretes, wie beispielsweise „Voice-over-IP”, eine unschlagbar billige Art, über den Computer zu telefonieren. Kürzlich hat Anne „Videochats” für sich entdeckt. Und im Netz stiess sie auf die Filme von „geriatric1927”, von Peter aus Grossbritannien. Peter war genauso alt wie Anne, nämlich 79, als er damit begann, sich auf der Video-Plattform YouTube zu präsentieren. Und fortan sahen und hörten dem Rentner Hunderttausende zu, wie er vor einer gemusterten Tapete im Lehnstuhl sass und von seinem Leben erzählte.

Anne und Peter sind nicht allein mit ihren Entdeckungen, immer mehr Menschen ihres Alters erkennen den Nutzen von technischen Hilfsmitteln. Und auch immer mehr Unternehmen versuchen sich auf die Bedürfnisse ihrer Altersgenossen einzustellen. Manches wird neu interpretiert, anderes erst entwickelt. „Eldertronics” heisst hier das Schlagwort. Und gemeint ist damit „Hightech für Menschen ab 50”.