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Wer rastet, der rostet (3/4)
Klaus Schilling vom Forschungsverbund „FitForAge” kann sich Roboter vorstellen, die Einkaufstüten nach Hause tragen, einen Fitnessbegleiter oder ein Gerät, das Grosseltern beim Kinderhüten unterstützt. Aber an den Ständen in Las Vegas lagen schon jetzt Handys mit übergrossen Tasten, ein „Pill Phone”, das einem bei der Einnahme von Arzneimitteln helfen soll und zugleich vor gefährlichen Wechselwirkungen warnt. Kleine Geräte übermitteln dem Arzt medizinische Daten wie Zuckerspiegel, Blutdruck und Herzfrequenz, andere melden sich im Notfall.
Und wichtiger noch: Man will selbst den iPod noch einfacher machen. So sah und hörte man in den Ausstellungsräumen häufig den Slogan „Get less!”. Das zielt ab auf weniger, aber dafür smartere Funktionen und einfachere Bedienelemente. Und das ist es auch, was Eldertronics zum Prüfstein macht und interessant auch unabhängig vom Alter potenzieller Konsumenten. Denn muss man wirklich „alt” sein, um sich mit solchen Konzepten anzufreunden? Immerhin ergibt sich daraus die Forderung nach einer radikalen Benutzerfreundlichkeit, ein gesundes Misstrauen gegen die Machbarkeits- Logik der Ingenieure oder das Fachchinesisch der Nerds.
Aber wie sieht es aus mit Computerspielen, die Schutz gegen das Schreckgespenst einer späteren Demenz verheissen? Selbst wenn Hirnforscher an den allzu weitreichenden Heilsversprechen zweifeln, scheint es nahezuliegen, dass die Generation, die einst den Fitnesskult prägte, nun auch für ihre mentale Fitness eintritt: „Use it or lose it” oder „Wer rastet, der rostet”. So sitzen Opa und Enkel gemeinsam an der Konsole und lassen ihr Gehirn joggen, freuen sich an kniffligen Sudokus und ansteigenden Lernkurven.
Jugend forscht für Grosseltern

Ein neuer Ortswechsel – ein Sprung nach Deutschland, nach Bayern, in die kleine Ortschaft Stadtbergen. Hier wohnt der 13-jährige Maximilian Reif, der eben erst mit einem Sonderpreis im Wettbewerb „Jugend forscht” ausgezeichnet wurde. Das Verhalten seines Grossvaters hatte ihn auf ein Problem aufmerksam gemacht und zugleich auf eine technische Lösung gebracht. So erfand der Schüler eine Personen-Finde-Software für Handys. „Das Programm soll meiner Grossmutter helfen, Opa zu finden, wenn er sich wieder einmal verlaufen hat.” Eine Suchanfrage per SMS genügt und ein mit GPS ausgestattetes Handy schickt eine Message mit seinen aktuellen Koordinaten zurück.





