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Was ist laut? (Teil 1/2)
Wir leben in einer lauten Welt und sind permanent von Geräuschen umgeben: Straßenlärm, Baustellen, Hundegebell, laute Musik, klingelnde Handys – Lärm hat viele Gesichter. Da die Wahrnehmung von den jeweiligen Vorlieben, der Verfassung und den Stimmungen jedes Einzelnen abhängt, gibt es keinen festen Wert für Lärmempfindung. Doch sobald ein Geräusch einen Pegel erreicht, der den Menschen belästigt oder sogar gesundheitlich schädigt, spricht man von Lärm.

Geräuschpegel werden anhand der Lautstärke in Dezibel (dB) gemessen, die nur einen relativen Wert beschreiben – den Bezug von einem Pegel zu einem anderen Pegel. Eine Zunahme von 10 dB entspricht einer Verdoppelung der empfundenen Lautstärke. Der leiseste noch hörbare Ton (Hörschwelle) liegt bei 0 dB, die Schmerzschwelle für das menschliche Gehör liegt bei 130 dB, bei 160 dB kann das Trommelfell platzen.
Die Risiken von Lärm
Etwa 16 Prozent der Menschheit leidet unter einer Hörminderung. Verkehrslärm, MP3-Player, Lärm am Arbeitsplatz – in unserer modernen Welt lauern eine Vielzahl an Gefahren für unser Gehör. Ob und wie schädlich Lärm für das Gehör ist, hängt von zwei Faktoren ab: Dauer und Intensität. „Bereits eine dauerhafte Lärmeinwirkung über 85 dB kann zu einem irreparablen Hörverlust führen. Das entspricht etwa einem elektrischen Rasenmäher. Bei einem Lärmpegel von etwa 100 dB – wie sie bei Konzerten oder bei maximal aufgedrehtem MP3-Player erreicht werden – riskiert man schon bei 20 Minuten Beschallung pro Tag eine spätere Hörminderung“, erläutert Daniela-Simone Feit, stellvertretende Leiterin Audiologie beim Hörgerätehersteller Phonak.
Dabei greift Lärm nicht nur das Gehör an: Bereits geringe Pegelstärken können die Ausschüttung von Stresshormonen verursachen, die eine Erhöhung des Blutdrucks hervorrufen. Aggressionen und zwischenmenschliche Spannungen können ebenso Folgen sein wie ein erhöhtes Risiko von Schlaganfall, Herzinfarkt und Tinnitus. Zudem verhindern unerwünschte Lärmquellen Erholung, Regeneration sowie Schlaf und beeinträchtigen, vor allem bei Kindern, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.


