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Wieder hören durch Knochenmark? Die Wissenschaft der Wiederherstellung des Hörvermögens (Teil 1/3)
Es klingt wie aus einem Zukunftsroman, aber die jüngsten Entwicklungen in der medizinischen Forschung eröffnen neue und interessante Möglichkeiten für die Wiederherstellung eines der wichtigsten menschlichen Sinne – des Hörvermögens.
Superman Christopher Reeve, der legendäre Superheld, erlitt 1995 bei einem Reitunfall schwere Rückenmarksverletzungen. Er wurde zum bekannten Fürsprecher der Stammzellentherapie und dank seiner Lobbyarbeit ist das Thema Stammzellen ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.
Die häufigste und bewährte Stammzellentherapie, die heutzutage durchgeführt wird, ist die Knochenmarkstransplantation zur Bekämpfung von Leukämie. Man geht in der medizinischen Forschung davon aus, dass in Zukunft Technologien, die auf der Stammzellenforschung beruhen, zur Behandlung von Krankheiten wie Krebs, Parkinson, Arthritis, Rückenmarksverletzungen, Multiple Sklerose, Diabetes, Blindheit und Hörverlust eingesetzt werden können.
Hörverlust ist eines der häufigsten Leiden der Sinnesorgane. Studien haben sogar gezeigt, dass lärmbedingter Hörverlust die nächste große Epidemie sein wird – und sie wird vor allem die jüngere Generation betreffen (ScienceDaily, 2007). Es gibt jedoch noch viele andere Ursachen für einen Hörverlust, unter anderem genetische oder umweltbedingte Gründe (Infektionen, Frühgeburt und ototoxische Medikamente) oder den natürlichen Alterungsprozess.
Hörverlust – wie kommt es dazu?
Haarzellen sind kleine haarähnliche Fortsätze, die die Gehörschnecke, das Sinnesorgan des Innenohrs, auskleiden und das Hören ermöglichen. Wir kommen mit schätzungsweise 30.000 Haarzellen in jedem Ohr auf die Welt. Bei Menschen mit normalem Hörvermögen verwandeln die Haarzellen Geräusche in elektrische Signale, die dann an das Gehirn weitergeleitet und schließlich „gehört“ werden. Ein sensoneuraler Hörverlust kann durch fehlende, beschädigte oder zu wenige Haarzellen verursacht werden.
Im Gegensatz zu anderen Körperzellen wie zum Beispiel Hautzellen ist die Fähigkeit der Gehörschnecke zur Regeneration beschränkt und die Wiederherstellung des Hörvermögens somit eine Herausforderung. Interessanterweise gibt es in der Tierwelt keine „tauben“ Vögel oder Fische, da sie die bemerkenswerte Eigenschaft haben, dass beschädigte Haarzellen sehr schnell nachwachsen können! Beim Menschen kommt eine natürliche Erholung von beschädigten Haarzellen manchmal vor und führt zu einer teilweisen Verbesserung des vorübergehenden Hörverlusts. In den meisten Fällen bleibt bei einer schweren Beschädigung jedoch ein dauerhafter Hörverlust bestehen.





