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Hörsturz – wenn das Ohr plötzlich den Dienst verweigert (Teil 1/3)
Beim Hörsturz handelt es sich um ein Symptom, nicht um eine Diagnose. Diese überraschende, einem HNO-Lehrbuch entnommene Beschreibung eines medizinischen Sachverhalts weist sofort daraufhin, dass wir uns auf unsicherem Gelände bewegen. Das ist umso bedauerlicher, als in Deutschland immerhin rund 250.000 Fälle von Hörsturz im Jahr auftreten, am häufigsten bei 50- bis 60-Jährigen, aber der Anteil der 30- und 40-Jährigen nimmt stetig zu.
Die Betroffenen erleben den akuten Defekt, von dem normalerweise nur ein Ohr in Mitleidenschaft gezogen wird und der bis zur völligen Ertaubung führen kann, oft als ein Druckgefühl, als hätte jemand das Ohr mit einem Wattebausch verschlossen. Andere haben den Eindruck, dass das Ohr zufällt. Meistens wird der Hörsturz von einem Tinnitus begleitet, das heisst von Ohrgeräuschen wie hohen Pfeiftönen, Klingeln, Zischen, Summen und so weiter. Obwohl die wie ein Blitz aus heiterem Himmel auftretende Schwerhörigkeit immer mehr Menschen heimsucht, sind die Ursachen unbekannt. Vermutlich ist für einen Hörsturz das Zusammenwirken von körperlichen und psychischen Faktoren aufgrund einer Überlastung des Organismus verantwortlich, die heute oft unter Bezeichnungen wie „Stress” oder „Burn-out-Syndrom” zusammengefasst werden.





