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Ungeklärte Ursachen (3/3)
Da viele Fachmediziner vermuten, dass ein Hörsturz in erster Linie auf eine unzureichende Blutzirkulation im Innenohr zurückzuführen ist und dadurch die Sinneszellen in der Hörschnecke (Cochlea) und das Gleichgewichtsorgan unterversorgt sind, werden meistens Infusionen durchblutungsfördernder Mittel oder Sauerstoff eingesetzt, um die Schäden der Angina Pectoris des Innenohrs, wie der Hörsturz auch genannt wird, zu vermindern oder zu beheben. Oft werden die Massnahmen durch Cortisongaben ergänzt. Diese Behandlung, die der Therapie des Tinnitus entspricht, ist jedoch wissenschaftlich nicht abgesichert. Inzwischen setzen sich immer mehr Ansichten durch, dass – abgesehen von psychischen Faktoren und Überforderung – als Auslöser auch Virusinfekte, Störungen der Immunabwehr oder Funktionsstörungen der Nervenbahnen des Innenohrs infrage kommen können. Tröstlich angesichts dieser Unklarheiten ist jedoch, dass sich bei bis zu 70 Prozent der Betroffenen das Problem von selbst löst und das Hörvermögen wieder regeneriert. Bei etwa der Hälfte aller Patienten verschwinden die Beschwerden völlig. Wenn sich eine stärkere Hörbeeinträchtigung nach circa einem halben Jahr nicht bessert, empfiehlt es sich, das Defizit durch ein Hörgerät auszugleichen, wobei es in der Regel ausreicht, nur das geschädigte Ohr zu versorgen.
Anno Bachem




