Online-Hörtest
Wann haben Sie Ihr Gehör zuletzt getestet? Warten Sie nicht länger.
» Testen Sie Ihr Gehör
Newsletter abonnieren
Aktuelle Geschichten und spannenden Informationen von Hear the World.
» Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt online: Nr. 21!
Lesen Sie alle spannenden Artikel der neusten Ausgabe in der Online-Version!
» Zum Online-Reader
Musik als Wundermittel der Medizin (Teil 1/5)
Kulturhistoriker und Anthropologen gehen davon aus, dass seit den Anfängen der Menschheit die Behandlung von Krankheiten nicht ohne musikalische Unterstützung aus kam. Die Heiler unserer Urahnen und der Naturvölker, die heute unter der Bezeichnung „Schamanen“ zusammen gefasst werden, wussten, dass sie die nur sehr begrenzte Wirkung ihrer natürlichen, meist pflanzlichen Arzneien durch Gesänge und Rhythmen von Trommeln und Rasseln ergänzen mussten, um das gewünschte Be handlungs ziel zu erreichen. Ihre Begleitmusik hatte den Zweck, den Patienten zu beruhigen, Zuversicht und Glauben an den Erfolg der Therapie zu vermitteln und da mit die Selbstheilungskräfte zu stimulieren. Was noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, als die Ethnologie erst in den Kinderschuhen steckte, als Scharlatanerie abgetan wurde, basiert, wie wir heute wissen, auf einem uralten Erfahrungsschatz über die psychosomatische Wirkung von Klängen und Rhythmen.
So ist es seit einigen Jahrzehnten gang und gäbe, dass amerikanische Mediziner, die im Reservat der Navaho-Indianer Arizonas praktizieren, ihre Patienten an die traditionellen Heiler „überweisen“, wenn sie mit ihrer Therapie nicht mehr weiterkommen. Sie wissen, dass die Navaho–Schamanen, die bezeichnenderweise „Sänger“ genannt werden, mit ihren alten, oft endlosen Sprechge sängen bei scheinbar hoffnungslosen Fällen erstaunliche Erfolge erzielen. Auch in einigen amerikanischen Schmerz kliniken, z. B. in Texas, gehören inzwischen schamanische
Techniken wie Singen, Trommeln, Hypnose etc. zum therapeutischen Repertoire. Man hat festgestellt, dass das Trommeln der Schamanen die neurale Aktivität des Gehirns durch die vibrierenden Klangfrequenzen harmonisiert. Eine Folge von ca. 200 Schlägen in der Minute führt zu Bewusstseinszuständen, die eine positive Wirkung auf den Organismus ausüben und adjuvante Therapieeffekte erzielen. Eine wichtige Voraussetzung für den Er folg ist allerdings auch hier der Glaube des Patienten an die Wirksamkeit der Behandlung, die sogenannte „patient compliance“.





