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Der neue Kick durch Audiofiles. Sind virtuelle Drogen gefährlich? (Teil 1/3)

Seit Urzeiten werden monotone Klänge und Rhythmen als Fluchthelfer aus der banalen Realität und als Transportmittel in andere Welten genutzt. Schamanen versetzten sich durch Trommelschlag und heilige Gesänge in Trance, um sich zwecks Krankenheilung, Weissagungen etc. in Sphären zu begeben, in denen sie mit hilfsbereiten Geistern kommunizieren konnten.

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Doch diese für die Gemeinschaft nützlichen Aktivitäten haben nichts gemein mit den neuen Musikdrogen, die nicht selbst erzeugt werden, sondern per Kopfhörer die Hirnströme in Bahnen lenken, die einen Rauschzustand simulieren. Die sogenannten I-Doser, die zum virtuellen Drogenkonsum animieren sollen, haben vielversprechende Namen, die einen garantierten Erfolg suggerieren. Sie heißen: „Weed“, „Koks“ oder „Heroin“ und können zum Beispiel via iTunes heruntergeladen werden. Die digitale Dröhnung aus dem Headset soll mittels pulsierender Klänge und rhythmisierter Impulse hervorgerufen werden. Die permanente Einspeisung elektrischer Ströme in Form des monotonen und rhythmischen Inputs kann dann zu einer Art Kurzschluss im Schaltkreis des Gehirns führen. Dadurch entstehen bei den Usern Gefühle, die ihnen vorgaukeln, sie hätten sich Drogen wie Ecstasy oder Heroin appliziert. Die Produzenten der Tondateien behaupten, dass sie die Wirkungen unterschiedlicher Rauschmittel imitieren könnten – ein Claim, der mehr als gewagt ist. Denn niemand dürfte in der Lage sein, den spezifischen Effekt einer Droge auf bestimmte Tonfolgen und Frequenzen zu übertragen.