Heisse Tipps für kalte Ohren

Skifahren, Schlittschuhlaufen oder lange Spaziergänge – der Winter bietet trotz Schnee und Kälte viele gute Gründe, sich vor die Türe zu wagen. Dabei sollten wir einige wichtige Tipps für unsere Ohren befolgen, um gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Und auch für Hörgeräteträger bringen Minusgrade einige Herausforderungen mit sich. 

Warum sind die Ohren empfindlicher als andere Körperregionen?

Die Haut an den Ohren ist besonders dünn, da sie über kein schützendes Fettgewebe verfügt. Aus diesem Grund kühlen unsere Ohren bei Kälte extrem schnell aus. Ferner verlaufen die Nerven im Gehörgang ungeschützt direkt unter der Haut und können auf Temperaturänderungen mit einem starken Schmerzimpuls reagieren. Durch die Kälte wirkt die Haut vorerst unempfindlich – Kälteschmerzen und eine Auskühlung werden oft zu spät wahrgenommen.

Risiken für die Ohren

Die Kälte sorgt für eine verminderte Durchblutung am und im Ohr und erleichtert so Bakterien und Viren, sich festzusetzen. Darüber hinaus können Wind und Kälte den Gehörgang reizen, was häufig zu Schmerzen im äußeren Teil des Ohres führt. Durch Wasser in den Ohren wird dies noch beschleunigt bzw. verstärkt. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, kann es an den Ohren schnell zu Erfrierungen kommen.

Risiken für Hörgeräteträger

Die Batterielebensdauer des Hörgerätes kann sich durch Kälte verkürzen. Je kälter die Batterien werden, desto weniger Kapazität haben sie. Wenn ihre Temperatur gegen 0 Grad sinkt, können sie komplett ausfallen. Im Wechsel zwischen „Kalt“ und „Warm“ kann zudem Kondenswasser im Inneren des Hörgerätes entstehen. Dies kann die Elektronik angreifen und zu Ausfällen führen.

Experten-Tipps für die kalte Jahreszeit

  • Die Ohren sollten in der kalten Jahreszeit immer warm gehalten werden (Mützen, Stirnbänder, Ohrenschützer, gute Skihelme).
  • Keinen Schutz vor Kälte bietet Watte in den Ohren. Diese kann sogar Gehörgangsentzündungen hervorrufen.
  • Nach dem Duschen oder dem Schwimmbadbesuch sollte der Gehörgang immer gut getrocknet werden, bevor es in die Kälte geht. 
  • Bei Ohrinfektionen sollte der Haus- oder HNO-Arzt aufgesucht werden. Unbehandelt können sie zu größeren Schädigungen führen.
  • Leichte Kälteschäden der Ohrmuschel sind zwar schmerzhaft, gehen jedoch meist von alleine wieder weg. Leichtes Massieren der Ohren, kann das Aufwärmen unterstützen. Auf keinen Fall sollte heißes Wasser zum Einsatz kommen! 
  • Bei stärkeren Erfrierungen sollte unmittelbar ein Arzt aufgesucht werden.
  • Ohrringe sollten bei längeren Aufenthalten in der Kälte heraus genommen werden. Metall nimmt Kälte schnell auf und kann die Körperstellen, mit denen es in Kontakt ist, rasch auskühlen.

Spezielle Tipps für Hörgeräteträger

  • Auch für Hörgeräteträger gilt: Ohren und Hörgeräte bei Kälte immer warmhalten. Mütze, Stirnband und Co. verhindern das Abkühlen der Batterien.
  • Hörgeräteträger sollten im Winter immer neue Batterien in Reserve dabei haben. 
  • Die Batterien können in der Hosentasche, dank der Körperwärme, wieder aufgewärmt werden.
  • Hörgeräte sollten niemals auf die Heizung gelegt werden. 
  • Spezielle Trockenstationen, die beim Hörgeräteakustiker erhältlich sind, beugen Schäden durch Kondenswasser vor.
  • Wasserresistente Hörgeräte reagieren bei Kondenswasser weniger anfällig.

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