Familie und Freunde

„No man is an island“ hat der englische Dichter John Donne bereits im Jahr 1624 festgestellt – der Mensch ist nicht dazu gedacht, alleine durchs Leben zu gehen. Wir brauchen andere Menschen, um uns auszutauschen, unsere Gedanken zu teilen, um Dinge gemeinsam zu unternehmen. Eine besondere Rolle spielen dabei zweifellos Familie und Freunde. Es ist der Familien- und der engere Freundeskreis, in dem wir uns besonders wohl und sicher fühlen, und in dem wir uns so geben können, wie wir sind.

 

Umso wichtiger ist es, dass man sich gerade hier – im wahrsten Sinne des Wortes – versteht und es nicht zu unnötigen Missverständnissen kommt. Es verwundert nicht, dass der Hörverlust eines Familienmitgliedes ein Thema ist, dass eine Familie sehr beschäftigen kann: 23% der Angehörigen von Personen mit Hörverlust aber ohne Hörgerät berichten, dass der Hörverlust ein häufiges Gesprächsthema in ihrer Familie ist. 29% versuchen häufig oder sehr häufig, Ihren Angehörigen zum Tragen eines Hörgerätes zu überreden. Manchmal sind aber auch keine grossen Überredungskünste nötig, und die Familie selbst gibt den nötigen Denkanstoss. 

Tanja Bülter, eine bekannte deutsche Journalistin und TV-Moderatorin beschreibt den Moment, in dem sie sich entschieden hat, etwas gegen ihren Hörverlust zu unternehmen: „Ich habe generell Schwierigkeiten auf belebten Plätzen mit vielen Menschen, wo ich häufig die Richtung einer Stimme oder eines Geräusches nicht zuordnen kann. Mir ist es eines Tages passiert, dass mein dreijähriger Sohn in der Menge nach mir rief, ich mich in die falsche Richtung umgedreht habe und ihn aus den Augen verloren habe. In dem Moment habe ich gewusst, dass es so nicht weitergehen kann.“

Ist der Hörverlust erst einmal korrigiert, kommt schnell nicht nur die Normalität, sondern auch Freude an gemeinsamen Aktivitäten wieder. 62% der Hörgerätbesitzer berichten, dass ihr Hörverlust im Freundes- und Familienkreis (absolut) kein Thema mehr ist, seit sie ihr Hörgerät tragen. 86% fühlen sich von Freunden so akzeptiert, wie sie sind. 74% halten engen Kontakt zu ihrer Familie und 73% haben Spass daran, Dinge mit ihren Freunden zu unternehmen (siehe Abbildung 13). Dass selbst ein höhergradiger Hörverlust keinesfalls ein Grund sein muss, auf Aktivitäten mit Freunden zu verzichten, zeigt folgende Zahl: Rund 41% der Hörgeräteträger mit mittleren bis starken Hörverlusten sagen von sich selbst, dass sie einen grossen Freundeskreis haben. Von den Befragten mit mittleren bis starken Hörverlusten aber ohne Hörgerät wollen dieser Aussage nur 27% zu stimmen.

Abbildung 13: Aussagen „Freunde und Familie“ 

(Gruppe 1, Hörgerätbesitzer)

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