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Es ist an der Zeit, sich von Vorurteilen über Hörgeräte zu verabschieden

Vorurteil Nr. 1
"Hörgeräte sind hässlich und lästig! Sie gleichen fleischfarbenen Bananen, die unförmig hinterm Ohr sitzen!"
Falsch! Die modernen Hörgeräte bieten ein weites Spektrum von Formen, Farben und Funktionen und passen sich den Bedürfnissen der Träger perfekt an. Manche Geräte lassen sich unauffällig hinterm Ohr tragen, andere können "unsichtbar" im Ohr getragen werden. Für alle Geräte gilt heute: Sie sind leicht, elegant und extrem unauffällig.
Vorurteil Nr. 2
"Hörgeräte können nur eines: Sie machen alles laut!"
Falsch! Heutige Hörgeräte sind nicht so simpel konstruiert. Wenn sie nur ein Schall verstärker wären, würden sie in der Tat alles einfach nur gleichmäßig lauter machen – das ist jedoch nicht im Sinne von "optimalem Hören". Moderne Hörgeräte funktionieren selektiv und intelligent: Sie verstärken nur dort, wo es gewünscht und sinnvoll ist – nämlich in den Frequenzbereichen, in denen Defizite entstanden sind. Das Rascheln des Laubes oder das Knistern eines Kaminfeuers wird plötzlich wieder hörbar …
Vorurteil Nr. 3
"Wenn ich ein Hörgerät trage, wird mein 'Hör-Gehirn' träge und verlernt zu hören!"
Falsch! Ein Hörgerät verwöhnt das Gehirn nicht. Es nimmt dem Hörzentrum im Gehirn keine Arbeit ab, sondern bringt seine Analysefähigkeit wieder in Schwung. Ohne Stimulation durch das ganze Spektrum der Hörerlebnisse verkümmert diese Fähigkeit. Mit einem Hörgerät wird das Gehirn jedoch wieder fit. Deshalb ist es wichtig, nicht zu viel Zeit zwischen den ersten Hörverlusten und Gegenmaßnahmen verstreichen zu lassen.
Vorurteil Nr. 4
"Hörgeräte pfeifen immer!"
Falsch! Verantwortlich für das gelegentliche lästige Pfeifen älterer Geräte war der so genannte Rückkopplungseffekt. Diesen kennen wir etwa von der Bühne, wenn das Mikrofon zu nahe an die Bühnenlautsprecher gebracht wird. Die modernen Technologien können diese Rückkopplung und damit das Pfeifen nahezu ausschließen.
Vorurteil Nr. 5
"Es reicht doch, wenn ich erst mal nur ein Gerät trage!"
Falsch! Wir haben aus gutem Grund zwei Ohren, denn sie ermöglichen uns das Richtungshören, die genaue Lokalisierung einer Schallquelle. Wir können uns beispielsweise auch in einem lärmigen Lokal besser auf einen Gesprächspartner konzentrieren. Deshalb ist es gerade in komplexeren Hörsituationen (in Konferenzen, auf belebten Plätzen, am Familientisch) wichtig, dass beide Ohren möglichst gut hören. Zwei Hörgeräte sind deshalb in nahezu allen Fällen besser als eines.
Vorurteil Nr. 6
"Hörgeräte sind etwas für alte Leute!"
Falsch! Immer größer wird heute der Anteil jüngerer Menschen, die schon in frühen Lebensjahrzehnten Hörverluste aufweisen. Je früher diese durch ein Hörgerät kompensiert werden, desto günstiger ist die Prognose für gutes Hören und Verstehen auch im Alter! Ganz abgesehen davon, dass Hörgeräte ein großes Stück Lebensgenuss zurück geben. Das ist die übereinstimmende Erfahrung der Menschen, die den Schritt zum Hörgerät vollzogen haben: "Ich könnte nie mehr darauf verzichten!"





