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Leben mit Hörverlust
Ein Hörverlust ist kaum nachvollziehbar, wenn man es nicht selbst gehört hat.
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Hören ist der Schlüssel zur Welt
Hören ist Lebensfreude: Je besser man hört, desto leichter findet man sich in unserer Welt zurecht, desto leichter nimmt man am Alltag teil und verfügt über Selbstsicherheit bei der Arbeit oder in der Familie. Die Gabe des Hörens erscheint einem selbstverständlich, man ist zu sehr eingebettet in die Begleitmusik unseres Alltags, um wahrzunehmen, wie die Umrisse der Klanglandschaft langsam an Klarheit verlieren.
"Ich höre eigentlich noch gut, aber…"
Irgendwann stellt man fest: "Ich höre eigentlich noch gut, aber manchmal habe ich Mühe, leise Stimmen zu verstehen." Oder: "Neulich habe ich schon wieder die Ansagen am Flughafen nicht richtig gehört." Oder: "In der Kantine esse ich neuerdings lieber alleine – bei dem Hintergrundlärm kann ich meine Kollegen nicht richtig verstehen, ein Gespräch ist mir zu anstrengend."
"Ich höre zwar alles, aber ich verstehe es nicht mehr…"
Vor allem in lauter Umgebung sind es die hohen Töne, die man schwer versteht:
- Zum Beispiel Frauen oder Kinderstimmen.
- Konsonanten wie s, f, sch und t werden weicher und leiser ausgesprochen. Mit diesen Wahrnehmungslücken kann man zwar noch hören, was gesagt wird, aber man kann es nicht mehr richtig oder vollständig verstehen.
- So kommt es zu Missverständnissen: Tisch statt Fisch, Haus statt raus, befehlen statt beseelen.
Ein schleichender Prozess...
Und wenn die ersten Hör oder Verständnisprobleme auftauchen, versucht man in der Regel, diese unbewusst durch vermehrte Anstrengung zu kompensieren:
- Man beginnt, besonders auf die Lippen und die Mimik der Mitmenschen zu achten und liest dort ab, was man nicht (mehr) hört.
- Man füllt die Lücken im Verständnis mit dem auf, was der andere gesagt haben könnte – indem man sich auf logisches Schlussfolgern und auf seine Intuition verlässt.
- Man beobachtet den Kontext einer Gesprächssituation oder einer Informationsvermittlung sehr aufmerksam, um Hörlücken zu kompensieren.
- Man sucht in seinem Gedächtnis ständig nach hilfreichen Hinweisen: Wie hat der Gesprächspartner früher geredet? Was hat er beim letzten Gespräch gesagt?
Ziemlich anstrengend, wenn man nicht alles gut versteht!
All diese Ausgleichsleistungen verlangen hohe Konzentration und permanente Aufmerksamkeit. Und zunächst wirken sie beruhigend, weil einem die Kompensation manchmal recht gut gelingt. Aber auf längere Sicht sind diese Strategien enorm anstrengend und nicht durchzuhalten.
Hinzu kommt häufig: In Situationen mit sehr viel Hintergrundgeräuschen (Restaurants, Bahnhöfe, Flughäfen, Cocktailparties usw.) fällt die Konzentration auf einen Gesprächspartner besonders schwer – das Herausfiltern des Gesagten ist bereits mit mildem Hörverlust durch Kompensation allein nicht mehr möglich.
Es ist an der Zeit, Ihr Gehör zu testen:
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