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Impact Story: Ein Wiedersehen mit Ralph im Libanon

28. Januar 2022

15 Jahre Hear the World Foundation

Anlässlich unseres 15-Jahre-Jubiläums haben wir Kinder und ihre Familien kontaktiert, über die wir in der Vergangenheit bereits berichtet haben. Wir waren gespannt zu erfahren, wie es ihnen heute geht. Es ist inspirierend zu sehen, wie sie sich mit ihren individuellen Herausforderungen an der Seite ihrer Altersgenossen entwickeln. Kürzlich erhielten wir ein Update vom siebenjährigen Ralph aus dem Libanon, bei dem im Alter von vier Monaten eine hochgradige Schwerhörigkeit diagnostiziert wurde. Da sich sein Zustand immer weiter verschlechterte, war die einzige Möglichkeit, sein Gehör zu verbessern, ein Cochlea-Implantat. Die notwendige Operation wurde 2020 durchgeführt.

Unsere Zusammenarbeit mit dem Institut de Rééducation Audio-Phonétique (IRAP) und Houri Hearing in Beirut geht auf das Jahr 2017 zurück. Das Libanon-Projekt musste in den letzten Jahren mit einigen Hindernissen zu kämpfen. Neben der Coronavirus-Pandemie war die Region mit politischer und wirtschaftlicher Instabilität konfrontiert. Die Explosionen im Hafenviertel von Beirut im August 2020 hatten schwerwiegende Folgen für die lokale Bevölkerung.

Neue Hoffnung für Einheimische und syrische Flüchtlinge

Trotz dieser Schwierigkeiten konnten wir mit dem Projekt #HearLebanon rund 100 libanesische und syrische Kinder diagnostizieren und mit Hörgeräten versorgen. Aufgrund einer hochgradigen Schwerhörigkeit reichten die Hörgeräte für Ralph jedoch nicht aus. Nach einer Operation im vergangenen Jahr wurde sein Cochlea-Implantat erfolgreich aktiviert. Bei der Nachuntersuchung im Beisein seiner Familie kam es zu einem lang erwarteten magischen Moment. Als er in der Lage war, die vom behandelnden Audiologen erzeugten Geräusche wahrzunehmen, leuchtete sein Gesicht vor Freude auf. In den folgenden Monaten nahm er eifrig am Schulunterricht und an der Sprachtherapie teil, wann immer es die Umstände erlaubten. 

Die Entschlossenheit einer Mutter

Aufgrund der Pandemie und der Wirtschaftskrise kam Ralphs Therapie leider zum Erliegen. Seitdem ist es Ralphs Mutter Silvia, die im Alleingang und beharrlich mit ihm weiter übt. Sie freut sich, dass er seinen Namen erkennt und darauf reagiert. Er hört Geräusche, die ihn zu Hause umgeben kann sie aber noch nicht eindeutig identifizieren. Dank des Cochlea-Implantates hat sich sein Leben verändert. Die verbesserte Wahrnehmung seiner Umgebung hat sich auch positiv auf seine Aufmerksamkeit ausgewirkt. Die Herausforderungen der Gegenwart hindern ihn nicht länger daran, von einer Zukunft als Ingenieur, Koch oder Polizist zu träumen.

Beharrlichkeit trotz Hindernissen

Dank Ralphs unermüdlichem Enthusiasmus und seinem starken Willen ist seine Mutter Sylvia zuversichtlich, dass sich sein Hörverständnis und seine Kommunikationsfähigkeiten weiter verbessern werden. Auch für Sylvia hat sich der Alltag etwas vereinfacht, denn sie ist nicht mehr ständig in Sorge um die Sicherheit ihres Sohnes. Er nimmt die Geräusche seiner Umgebung, wie z. B. den Verkehr, wahr, und das tägliche Leben ist dadurch viel weniger gefährlich. Sie sieht auch eine deutliche Verbesserung seiner sozialen Fähigkeiten und seiner allgemeinen Zufriedenheit im Umgang mit der Familie und Gleichaltrigen. Wir hoffen, dass Ralph bald wieder mit seinem auditiv-verbalen Therapieteam zusammen sein wird. In der Zwischenzeit wünschen wir ihm und seiner Familie alles Gute!

Lesen Sie hier mehr über das Projekt #HearLebanon.