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Malawi: Gutes tun ist erfüllend

23. September 2017
Von Ora Buerkli, Stiftungsratsmitglied der Hear the World Foundation und VP Global Audiology bei Phonak

Seit der Gründung der Hear the World Foundation vor zehn Jahren bin ich Mitglied in ihrem Beirat. Über die meisten Projekte weiss ich nur, was ich in den Anträgen und Berichten gelesen habe. Wie das Projekt in der Realität tatsächlich aussieht, versteht man aber nur, wenn man hinfährt und es sich vor Ort anschaut. Das ist immer sehr aufschlussreich und motivierend, deshalb tue es sehr gern. Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich bei diesen Besuchen gewinne, ist, dass engagierte Menschen sehr viel bewirken können. Unsere Fähigkeit, etwas verändern zu können, unterschätzen wir sehr oft.

Zuletzt habe ich ein Projekt in Malawi besucht, das unsere Stiftung seit 2011 unterstützt. 

Wo ist Malawi?

Wie viele andere fragen Sie sich vielleicht, wo genau denn Malawi liegt. Nun, es liegt in Afrika, genauer gesagt im Südosten Afrikas. Malawi ist ein Binnenstaat, der an Sambia, Tansania und Mosambik grenzt. Es gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Von der Schweiz aus ist es eine längere Reise bis dorthin. Zuerst fliegt man von Zürich nach Wien, von Wien nach Addis Abeba, dann von Addis Abeba nach Lilongwe, und schliesslich geht es mit dem Bus weiter zu einem ersten Besuch der ABC Hearing Clinic.

Umfassende audiologische Versorgung – von null auf internationale Standards

Bei meiner Ankunft war ich sehr beeindruckt. Ich arbeite seit 30 Jahren für Phonak und habe schon diverse Kliniken und Institutionen in aller Welt gesehen, sowohl in entwickelten als auch in Entwicklungsländern. Die ABC Hearing Clinic könnte überall stehen. Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit der Hear the World Foundation ist sie sehr gut ausgestattet, sowohl mit diagnostischen Instrumenten – dank GN Otometrics – als auch mit den neusten Phonak-Hörgeräten. 
Doch was noch wichtiger ist: Das Personal ist gut ausgebildet – sehr gut sogar. Verfahren wie RECD, OAE, FAEP, Real Ear und Otoplastik gehören zum Klinkalltag, ebenso wie das Screening von Neugeborenen, die Beratung von Eltern und die Ausbildung von Studierenden. Das Personal macht sowohl Haus- als auch Schulbesuche und sichert so die langfristige Betreuung. Hier wird Audiologie auf höchstem Niveau praktiziert. Der Goldstandard ist kein Privileg der ersten Welt und auch kein Luxus. Die Sache gut zu machen, ist immer der richtige Weg. 
Während unseres einwöchigen Aufenthalts in Malawi haben wir viel Erfreuliches gesehen. Zu den Höhepunkten gehörten: die Ausweitung des Neugeborenen-Screenings auf das grösste öffentliche Spital in Lilongwe, ein speziell ausgestatteter, von der Hear the World Foundation gestifteter Audiologie-Anhänger für eine Stadt, die 2,5 Fahrstunden von der Hauptstadt entfernt ist, und der erste Tag des offiziell anerkannten Studiengangs in Audiologie. 

Einheimische übernehmen nach mehrjähriger Schulung

Das Beste habe ich für den Schluss aufgehoben: Ab Oktober wird die Klinik von einheimischen Krankenhausärzten betrieben. Ist das nicht beeindruckend? Als die Klinik 2013 gegründet wurde, gab es keine einheimischen Ärzte. Nach nicht einmal fünf Jahren wurde bereits ein professionelles Niveau erreicht, das es Malawiern ermöglicht, die Klinik zu übernehmen und ihre Landsleute zu behandeln. Sie sind dank der Schulung nun unabhängig von westlichen Fachkräften. Das ist ein toller Erfolg. Und das beste Beispiel für nachhaltige Projektarbeit, das ich mir vorstellen kann.

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