Die Herausforderung
In Sambia hat die Hörversorgung im öffentlichen Gesundheitssystem bislang nur eine geringe Priorität. In der Hauptstadt Lusaka befindet sich die einzige Konzentration von HNO- und audiologischen Dienstleistungen des Landes – doch selbst dort sind die Ressourcen äusserst begrenzt.
Ein nationales Programm für Hörscreenings bei Neugeborenen existiert nicht, und eine frühzeitige Erkennung ist selten. Eine Studie an Primarschulen in Lusaka zeigte, dass 11,5 % der Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren von einer Hörbeeinträchtigung betroffen sind. Dies verdeutlicht, wie weit verbreitet und häufig unerkannt Hörverlust bei Schulkindern ist.
In Sambia gibt es nur eine sehr geringe Anzahl ausgebildeter Audiologinnen und Audiologen, und den meisten öffentlichen Spitälern fehlt es an grundlegender diagnostischer Ausstattung. Stigmatisierung, Fehlinformationen und mangelndes Bewusstsein erschweren es Familien zusätzlich, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Dadurch bleibt vielen Kindern der Zugang zu dringend benötigter Versorgung und Therapien verwehrt.
Wie wir helfen
- Bereitstellung von Hörgeräten und audiologischer Ausstattung für 450 Kinder aus benachteiligten Gemeinschaften sowie Aufbau eines strukturierten Nachsorgesystems mit regelmässigen Kontrolluntersuchungen und Wartung.
- Ausbau der Fachkompetenz von 160 Audiologie-Technikerinnen und -Technikern sowie Pflegefachpersonen im Bereich Mutter-Kind-Gesundheit in der pädiatrischen Audiologie, um ein lokales Unterstützungssystem zu schaffen.
- Einbindung von Gemeindeleitungen, Lehrpersonen und Betreuungspersonen in Sensibilisierungskampagnen zur Förderung der frühzeitigen Diagnose und Behandlung sowie zur Verankerung der Hörversorgung in den Gesundheitspraktiken der Gemeinden.
- Stärkung der Partnerschaften mit dem Gesundheitsministerium und Bildungseinrichtungen, um die Integration der frühkindlichen Hörversorgung in nationale Gesundheitsstrategien zu fördern und damit langfristige Nachhaltigkeit sowie lokale Eigenverantwortung sicherzustellen.
Unser Partner
Entwicklungszusammenarbeit, die sich dafür einsetzt, die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Gemeinschaften der Welt zu verbessern. CBM hat ihren Sitz in Deutschland und verfügt über 22 Länderbüros in Afrika, Asien und Lateinamerika. Mit mehr als 115 Jahren Erfahrung zählt CBM zu den ältesten Organisationen weltweit, die in diesem Bereich tätig sind.