Wir leben in einer lauten Welt und sind permanent von Geräuschen umgeben: Strassenlärm, Baustellen, Hundegebell, laute Musik, klingelnde Handys – Lärm hat viele Gesichter. Da die Wahrnehmung von den jeweiligen Vorlieben, der Verfassung und der Stimmung jedes Einzelnen abhängt, gibt es keinen festen Wert für Lärmempfindung. Doch sobald ein Geräusch einen Pegel erreicht, der den Menschen belästigt oder sogar gesundheitlich schädigt, spricht man von Lärm.

Jetzt ein Gefühl für die richtige Lautstärke bekommen:

Für den einen ist es Musik in den Ohren, für den anderen einfach nur Lärm: Wie wir Geräusche und Klänge wahrnehmen ist eine subjektive Empfindung. Aber wann kann man von Lärm sprechen, und ab welcher Lautstärke wird es kritisch für unser Gehör? Hier erfahren Sie alles rund um das vieldiskutierte Thema Lärm.

Um die wahrgenommene Lautstärke in verschiedenen Situationen gut vergleichen zu können, wird der sogenannte Schallpegel in Dezibel – dB(A) – gemessen. Machen Sie sich bewusst, dass eine Erhöhung des Schallpegels um 10 dB(A) als Verdoppelung der Lautstärke empfunden wird. Der Schallpegel in einem Raum lässt sich annähernd daraus ableiten, wie weit eine sprachliche Verständigung möglich ist.

Bei einer Distanz von 1 m zum Gesprächspartner gilt folgende Faustregel:

  • Bis 70 dB(A) Lärmpegel ist eine Unterhaltung in normaler Lautstärke möglich.
  • Bei 90 dB(A) Lärmpegel ist eine Verständigung mit erhobener Stimme möglich.
  • Bei 100 dB(A) Lärmpegel ist eine Verständigung bereits nur mit grösstem Stimmaufwand möglich.
  • Ab 105 dB(A) Lärmpegel ist keine Verständigung mehr möglich.

Die Folgen von Lärm für Körper und Geist

Lärm greift nicht nur das Gehör an: Bereits geringe Pegelstärken können die Ausschüttung von Stresshormonen verursachen, die eine Erhöhung des Blutdrucks hervorrufen. Aggressionen und zwischenmenschliche Spannungen können ebenso Folgen sein wie ein erhöhtes Risiko von Schlaganfall, Herzinfarkt und Tinnitus. Zudem verhindern unerwünschte Lärmquellen Erholung, Regeneration sowie Schlaf und beeinträchtigen, vor allem bei Kindern, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Tipps und Tricks zum Umgang mit Lärm

Ein Hörverlust lässt sich nicht rückgängig machen – sind die empfindlichen Haarsinneszellen einmal geschädigt, können sie keine Impulse mehr an den Hörnerv bzw. an das Gehirn weiterleiten. Schlaflosigkeit und hoher Blutdruck können schwerwiegende gesundheitliche und psychische Folgen haben. Um dies zu vermeiden, hat Phonak-Audiologie-Expertin Daniela-Simone Feit einige wichtige Tipps zusammengestellt

  • Bei Konzerten etc. können Ohrstöpsel und ein ausreichender Abstand zur Geräuschquelle Gehörschäden vermeiden. 
  • Zur Regeneration bewusst akustische Pausen einlegen und alle Lärmquellen (Radio, Fernsehen etc.) abschalten. Dies gilt vor allem nach Diskobesuchen, der Arbeit in einem lauten Umfeld etc. – hier sollte man den Ohren mindestens 10 Stunden Ruhe gönnen.
  • Das Gehör regelmässig durch einen Hörgeräteakustiker oder spezialisierten Arzt überprüfen lassen.
  • Falls es doch passiert und Symptome wie ein Druckgefühl im Ohr, ein dumpfer Höreindruck oder anhaltende Ohrgeräusche auftreten, sollte man dem Gehör dringend Ruhe gönnen, viel Flüssigkeit zu sich nehmen und schnellstmöglich einen HNO-Arzt aufsuchen.