Home>Medien>Medienmitteilungen>Peru: Mehr als 31.000 Kinder auf Hörverlust getestet

Stäfa, Schweiz, 26. November 2018

Zwei von 1.000 Neugeborenen haben einen Hörverlust. Auf dem Papier existieren in vielen Ländern zwar Vorgaben für Neugeborenen-Hörscreenings – es fehlt jedoch an Fachkräften, um diese Tests durchzuführen. So auch in Peru: Für 32 Millionen Menschen gibt es gerade einmal 10 Audiologen. Die Hear the World Foundation und die World Wide Hearing Foundation International haben deshalb 2016 gemeinsam ein Programm ins Leben gerufen, um 30.000 benachteiligte Kinder in Peru auf Hörverlust zu testen. Letzten Freitag wurde das Ziel erreicht: Mehr als 31.000 Kinder sind in Lima und Umgebung getestet worden.

Bei 430 der untersuchten Kinder wurde ein Hörverlust festgestellt. Das entspricht rund 1.5 Prozent aller getesteten Kinder. Für sie bedeutet der Hörtest der Anfang eines neuen Lebens: Sie bekommen nun Hörgeräte, die ihnen nicht nur die Welt der Stimmen und Klänge eröffnen, sondern auch die Chance auf Bildung und ein eigenständiges Leben. Denn Kinder mit einem unversorgten Hörverlust haben Schwierigkeiten sprechen zu lernen und dem Unterricht zu folgen – und folglich schlechte Zukunftsperspektiven.

Profis im Einsatz: von 1.000 Tests pro Woche auf 1.000 Tests pro Tag

Als das erste Team von Sonova Volunteers im April 2017 erstmals für eine Woche nach Lima reiste, testete es rund 1.000 Kinder auf Hörverlust. Dabei erhielt das Team Unterstützung von peruanischen Sprachtherapie-Studenten, die im Rahmen der Kampagne zu audiologischen Technikern ausgebildet werden.  Da die Effizienz und Qualität der Hörscreenings im Laufe des Projekts immer weiter verbessert wurde, konnte ein Team aus 10 Technikern und Volunteers schon 1.000 Kinder pro Tag testen.

Hörsceenings in Lima und im ganzen Land

Während ihrer einwöchigen Einsätze testen die Sonova Volunteers nicht nur das Gehör der Kinder, sondern vermitteln auch wertvolles Fachwissen an die peruanischen Kollegen und stehen diesen mit ihrem Expertenwissen zur Seite. «Die Zusammenarbeit zwischen World Wide Hearing und Hear the World ist sehr wichtig. Wir können verschiedene Aspekte fachlich diskutieren und auch kulturelle Unterschiede berücksichtigen», sagt Jordan Varillas, Projektkoordinator bei World Wide Hearing. Im kommenden Jahr ist nun geplant, die erfolgreiche Kampagne auszuweiten und auch ausserhalb der Hauptstadt Lima Hörtests durchzuführen.

Hörgeräte für drei Geschwister

Der Hörverlust der drei Geschwister Loammy (16), Mishael (10) und Samuel (6) blieb lange Zeit unversorgt. Gerade für den jüngsten Bruder hatte dies schwerwiegende Folgen, denn die Welt um ihn herum blieb still und er sprach zuhause kein Wort. Dank der Hörscreening-Kampagne von der Hear the World Foundation und der World Wide Hearing Foundation konnte nicht nur der Hörverlust der Kinder diagnostiziert werden, auch wurden gleich alle drei Kinder mit Unitron Hörgeräten versorgt. Jetzt können sie sich nicht nur untereinander verständigen, sondern auch dem Schulunterricht besser folgen. Die Geschichte der drei Geschwister ist hier zu sehen.

Partnerschaft mit Vibes

Unterstützt wird das Projekt auch von Vibes, Hersteller von High-Fidelity-Ohrstöpseln und seit 2016 Partner der Hear the World Foundation. Um gutes Hören zu fördern, spendet Vibes einen Teil seines Gewinns regelmäßig an Projekte der Stiftung. So konnte bereits eine Klinik für die Nachversorgung der Kinder in Lima aufgebaut werden.

Mehr zum Projekt und zum Video

Bilder zum Downloaden:

Dank der Hörscreening-Kampagne von der Hear the World Foundation und der World Wide Hearing Foundation konnte nicht nur der Hörverlust der drei Geschwister Loammy (16), Mishael (10) und Samuel (6) diagnostiziert werden, auch wurden gleich alle drei Kinder mit Unitron Hörgeräten versorgt.

Sonova Volunteers zusammen mit peruanischen Sprachtherapie-Studenten, die im Rahmen der Kampagne zu audiologischen Technikern ausgebildet werden.

«Die Zusammenarbeit zwischen World Wide Hearing und Hear the World ist sehr wichtig. Wir können verschiedene Aspekte fachlich diskutieren und auch kulturelle Unterschiede berücksichtigen», sagt Jordan Varillas, Projektkoordinator bei World Wide Hearing.

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